Krise oder Wandel?





Endlich ist es soweit. Wir haben das Jahr 2012 eingeläutet. Diese sagenumwobene Jahreszahl die schon im Vorfeld so viele Gemüter erhitzt hat. Die einen mit noch mehr Angst erfüllte, die anderen mit Vorfreude. Und allem was dazwischen liegt: Zweifel, Skepsis, Ohnmacht, Ignoranz, Erwartungen, Hoffnungen. Sogar humorvolle Interpretationen sind vorhanden. Ob die Mayas geahnt haben, was sie damit anzetteln?

Auch Hollywood, die grösste Manipulationsindustrie hat sich traditionsgemäss der Angst verschrieben und diese genährt. Zum Glück nur auf der Kinoleinwand. Aber nicht minder wirkungsvoll. (Man bedenke, dass der Mensch, obwohl er über den Verstand viel filtern kann, über die Sinne bis tief ins Unterbewusstsein erreichbar ist.) Der Weltuntergang wurde zelebriert. Rette sich wer kann. Die Verkaufszahlen von Notpaketen für Krisenzeiten sind rapide gestiegen.

Ein anderer Wirtschaftszweig, die Esoterik erlebt seit da ebenfalls einen ruckartigen Zulauf. Neue spirituelle Gruppierungen spriessen aus dem Boden. Die einen verkünden die Erleuchtung der Massen, die anderen die Geburt eines neuen Bewusstseins. In diesem neuen Bewusstsein lebt die Menschheit in Frieden, Einheit und Freiheit über alle Grenzen, Rassen und Religionen hinweg. Weltuntergang hier neue Welt da. Der Bogen könnte nicht weiter gespannt sein. Es wird also spannend bleiben.

Die, die nicht an den Weltuntergang und ebenso wenig an die Massenerleuchtung glauben, glauben vielleicht an eine kommende Krise. Ich weiss, dass Krisen Chancen sind und erlebe das täglich in meiner Beratungspraxis. Frauen kommen, verzweifelt, den Fokus auf alles was sie nicht können, nicht schaffen, nicht erreichen, verloren haben usw. Ich erinnere sie dann daran, dies nur EINE Sichtweise ist.

Und ich zeige auf, dass Krisen Chancen sind und darum ein Geschenk. So können wir Neues lernen, reifen, wachsen und uns selbst näher kommen. Alle Ängste, Schmerzen, die Wut und die Trauer sind teil unserer Lebendigkeit. Wir können diese Gefühle einfach annehmen und wie Geburtswehen empfangen, fühlen und wieder gehen lassen. Und das positive daran: Sie werden uns verwandeln, nämlich in eine grössere Version von uns selbst. Je freudvoller wir uns hingeben, desto weniger schmerzhaft sind diese Prozesse. Wir wandeln sowieso dauernd in unserer Verwandlung. Und das ist ja das Schöne am Leben. Eine Selbst-Entdeckungsreise!

Im heutigen Zeitalter haben wir vergessen, das auch unser Leben vom Wandel durch universelle und irdische Zyklen getragen wird. In den 100 000 Jahren vor dem Christentum, als die Grosse Göttin als spiritueller Rückhalt diente und Mutter Erde noch ernst genommen wurde, wurden wir Frauen in diese Zyklen eingeweiht. Übergänge und Abschiede wurden gemeinsam gefeiert. Die Kraft des Abschiedes trägt in sich die Kraft des Neuen. Geben wir doch dieser Sichtweise etwas Platz in unserem Leben: Vielleicht will ja etwas viel Grösseres, Freudvolleres und Erfüllenderes in unser Leben kommen und darum müssen wir uns immer wieder vom Alten verabschieden!

So möchte ich hier das momentan allgegenwärtige Schreckenswort „Krise“ durch ein freundliches Wort ersetzen: den Wandel.

In diesem Sinne wünsche ich Dir und Deinen Liebsten das Allerbeste im 2012.

Herzlichst,
Cassandra Lia